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Reformkommission Stadtverband ZH

In der Stadt Zürich leben wir in kirchlichen Strukturen, die vor 40 Jahren mit 250'000 Reformierten entwickelt und gebaut worden sind. Das Leben der Menschen und die Stadt haben sich unterdessen stark verändert. Das Stadtleben wird immer attraktiver, Zürich wächst. Ironische Stimmen sprechen davon, wir würden Opfer unseres eigenen Erfolges. Und die Kirche?

Mein Ziel in der Arbeit für eine Strukturreform: Die evangelische Kirche in der Stadt kann ihre Pionierrolle in Kirche und Gesellschaft wieder einnehmen und wird als verlässliche prophetische Stimme für ein gutes Zusammenleben in der Stadt gehört. Dazu sollen die evangelisch-reformierten Gemeinden in der Stadt attraktiv und vielfältig sein.

Die Reformkommission

Nach mehreren Anläufen seit den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts wird 2010 eine Reformkommission mit fünf Teilkommissionen beauftragt, bis 2016 eine Strukturreform zu planen und umzusetzen. Ich leite die Kommission V "Strukturreformen auf der Ebene der Kirchgemeinden" darf ein hochkarätiges Team aus Kirche, Praktischer Theologie und Stadtverwaltung zur gemeinsamen Arbeit an diesem Kernstück der Kirchenentwicklung berufen. Mit einem ersten Bericht legen wir die Analyse der Herausforderung zu Strukturreformen und eine Auslegeordnung möglicher Modelle vor. Schlussbericht der Phase 1

Mit dem zweiten Bericht werden zwei Modelle vorgestellt und konkretisiert. Dem präferierten Modell Alpha zufolge soll die Kirchgemeindeverwaltung aller bisherigen Kirchgemeinden fusioniert werden, während das kirchliche Leben am Ort behutsam neu organisiert und auf neue Gemeinschaftsformen hin geöffnet wird. Diesem Modell wird auf Drängen einiger weniger Kirchenpflegepräsidien das Modell Beta gegenübergestellt. Es sieht den Zusammenschluss zu rund 10 grossen Kirchgemeinden vor. Die Reformvorlage

Zwischen beiden Modellen entscheidet sich im September 2014 die evangelisch-reformierte Stimmbürgerschaft der Stadt Zürich mit ihren 34 Kirchgemeinden mit überwältigendem Volks- und Ständemehr für die Gesamtfusion zu einer einzigen Kirchgemeinde Stadt Zürich (Modell Alpha).

Parallel zur Kommissionsarbeit Strukturreformen initiiere ich zusammen mit dem damailigen Präsidenten des SIA, Prof. Daniel Kündig, eine Interorganisationale Kommission aus den Ressortverantwortlichen in den beiden kirchlichen Stadtverbänden und der Stadtverwaltung. Anlässlich der Hundert-Jahr-Jubiläumsfeierlichkeiten des Stadtverbandes (2009) konnten wir auf die städtebauliche und architektonische Qualität und Bedeutung der Sakralbauten in der Stadt Zürich aufmerksam machen. Zusammen mit der immer aktueller werdenden Frage nach Umnutzung und Rückbau bestehender Kirchen führte diese Arbeit zu einer systematischen Erhebung der weit über 100 Sakralbauten in der Stadt Zürich mit entsprechenden Empfehlungen zur künftigen sakralen Raum- und Nutzungsplanung zuhanden der drei Organisationen.

Als ein Instrumentarium zur Kirchenentwicklung leiten der damalige Leiter der landeskirchlichen Abteilung Bildung und Gesellschaft, Dr. Matthias Krieg, und ich die Durchführung und Publikation einer ersten eigentlichen Mitgliederstudie für eine schweizerische und evangelische Kirche. Mit der Sinusstudie Lebenswelten soll ein Sensorium entwickelt werden für vielfältigere Formen des Feierns, des gesellschaftlichen Engagements und der Bildung sowie dazu jeweils stimmiger Vergemeinschaftungsformen. Diese sollen ausdrücklich nicht entlang konfessorischer Frömmigkeitstypen, sondern entlang lebensweltlicher Gruppenbildung geschehen und die landeskirchliche Weite bewahren.